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Die Shuffle-Modus-Verschwörung

Zufall oder Schicksal? Die Diskussion ist ungefähr genauso alt wie der Glaubenskrieg. Ich als Atheist halte es mit dem Glauben da eher einfach. Letztendlich glauben alle an ein Großes und Ganzes, bloß hat jeder einen anderen Namen dafür. Was wohl bedeutet, man streitet sich lediglich um einen Namen. Erstaunlich, hat ja fast was von werdenden Eltern, die über die neue Bezeichnung von Schlumpf Nummer 3 brüten, oder wildgewordenen Kampfmüttern auf dem Spielplatz, die Chantal-Jaqueline als schönsten Namen auf der Welt empfinden und mit Mami von Seraphine-Claudette streiten, welcher schöner ist, bis die Stilleinlagen fliegen .

Bei Zufall und Schicksal halte ich es da eher anders. Zufälle gibt es in meinen Augen einfach gar nicht. Ratz Fatz ausgeblendet, ausradiert und gelöscht. Es ist ein Wort das ich weder greifen noch verstehen kann. Er ist nicht erklärbar, weder rational noch irrational. Er ist einfach da, lümmelt sogar im Duden herum und wird da beschrieben als: etwas, was man nicht voraus gesehen hat, etwas das unerwartet geschah, etwas was nicht beabsichtigt war. Aha…und wie will man sich dann das Wort „Überraschung“ erklären? Alles was da oben beschrieben wird, klingt für mich eher nach letzterem. Tja, kein Zufall...dann muss es also Schicksal sein. Ja, Deal…daran kann ich glauben! Nichts passiert ohne Grund. Die guten wie die schlechten Dinge. Wir können aus allem lernen, wir können aufgrund unserer Entscheidung einem Weg folgen, wir können frei wählen. Aber was dann kommt, ist eben Schicksal. Naaaa gut, das Schicksal kann einen auch überraschen, vor allem wenn alles anders kommt als man denkt.

Wie merkwürdig also, dass der „Shufflemodus“ an Musik-Abspiel-Geräten allgemeinhin als „Zufallsmodus“ oder „Zufallsgenerator“ übersetzt wird. Da stellen sich mir glatt weg die einzelnen Nackenhaare auf und die Fußnägel kräuseln sich gleich mit. Wenn man es schon Übersetzen muss, dann kann man es doch liebevoll „Mischmodus“ oder lapidar „Mixmodus“ nennen. Warum das für mich überhaupt nichts mit Überraschung…äh Zufall zu tun hat, werde ich gerne erklären. Aber vorerst für die, die noch immer nicht wissen, womit sich diese verrückte Verfasserin hier gerade versucht auseinanderzusetzen: Die meisten Abspielgeräte, seien es CD-Player, Handys, Irgendwelche Musikprogramme auf dem PC, Mini Disc Spieler oder MP3-Geräte, besitzen einen Shufflemodus. Das heißt, er wählt aus allen vorhandenen, oder eingegebenen Liedern ein Stück aus. Eins von Anfang, danach eins aus der Mitte, dann folgt eins vom Ende usw. usf.. Jeder halbwegs Musikbegeisterte kennt das mit Sicherheit.

Nach Befragung einiger Personen in meinem Umfeld, einer ebenso interessanten Entdeckung in den Büchern von Sergej Lukjanenko (die Wächter-Reihe, falls jemand nachsehen will. Kann ich übrigens sehr empfehlen. Wunderbare russische Literatur), wage ich jetzt tatsächlich die These aufzustellen:

Der Shuffle-Modus hat sich mit dem Schicksal zusammen gegen uns verschworen.

Ja, man kann mich dafür gerne für verrückt erklären, aber es ist eben auch manchmal einfach nur zum verrückt werden. Man steckt in einer bestimmten Situation, führt einen Gedanken aus oder stellt sich eine bestimmte Frage und schon untermalt der Shufflemodus das mit dem entsprechenden Lied, oder beantwortet sogar die Frage. Mal fällt es einem mehr auf, mal weniger. Bspw. Denke ich an meine Katze Demonia, die mir heute mein vorbereitetes Essen für die Arbeit von der Küchentheke stibitzte, spielt er von der Band Covenant das Lied „Ignorance and Bliss“ (übersetzt: Ignoranz und Glückseeligkeit) an. Na wenn das nicht passend ist. Sitze ich in der Bahn und es stürmt ein ganzer Jahrgang schwatzender, zappelnder Hauptschüler in die Bahn und man findet sich in irgendeine Ecke gedrückt wieder, höhnt er freundlich: „Wach auf und Lauf!“ von der Band Schock. HAHA…was haben wir gelacht! Als einem dann langsam anders wurde und der Schweiß ausbrach, da man so überfüllte Bahnen nun mal gar nicht mag, seufzt mir Hardy von Scream Silence „Breathless“ (Übersetzt: „Atemlos“ und NEIN, es hat nichts mit Helene Fischer zu tun, ein wenig Respekt bitte vor den Herren!) ins Ohr. Aber, so oft man sich auch von dem Shufflemodus veralbert fühlt, genauso oft ist er hilfreich. Seelenfutter, wenn man seinen Gedanken nachhängt. Entscheidungshilfe, wenn man selber unschlüssig ist. Sollte ich wirklich mal anfangen ein Buch zu schreiben? Die Antwort des Shuffles: „Timid Try!“ (übersetzt: Schüchterner Versuch) von Scream Silence. Es ist schon erstaunlich, wie oft es einfach genau passt.

 

Mit genau, meine ich übrigens auch DAS genau, welches im Duden steht: Mit einem Muster, einem Vorbild, einer Vergleichsgröße [bis in die Einzelheiten] übereinstimmend, einwandfrei stimmend, exakt und nicht das was Skeptiker jetzt anmerken würden: Wenn man nur lange genug sucht, findet man immer eine Zeile, welche passen würde.

 

Es ist doch letztendlich das Gefühl, was es auslöst und die Bestätigung, die es mit dem Schicksal verbindet. Denn nichts passiert ohne Grund!

4.3.15 18:09
 
Letzte Einträge: Adieu Winterlethargie, Verluste zu vermelden...


bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


gebsy / Website (4.3.15 20:52)
Hallo! Ein wirklich fesselder Text; konnte einfach nich aufhören ;-) gebsy

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