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An den Scheidewegen des Lebens stehen keine Wegweiser (Charlie Chaplin)

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Verluste zu vermelden...

Ja, hiermit gebe ich bekannt, jeglichen Anstand, Sorge und äh... jetzt auch noch den Faden verloren zu haben.

Was den Anstand betrifft, war das jetzt sicherlich keine Suchmeldung. Wer ihn findet, darf ihn behalten. Ich brauche ihn ja eh nur für den Job und da kann ich mir hin und wieder den von den Kolleginnen leihen. Da plumpst man nach einem exzessiven, phänomenalen Wochenende in den Alltag zurück und hat das Gefühl in einem Loch gelandet zu sein. Nicht so ein hübsches weiches, mit frischer Erde oder so. Eher so eins mit felsigen Wänden und scharfen Felskanten, an denen man unmöglich hinaufklettern kann. Eigentlich dachte ich, ich hätte den Anstand in Frankfurt zurückgelassen, bevor ich nach Berlin gefahren bin. Jedenfalls hatte ich ihn da nicht im Gepäck dabei…da bin ich mir ziemlich sicher und einige andere vermutlich auch! Aber hier ist er seltsamerweise auch nicht. Vielleicht hat er sich einfach in ein Anstands-Veterinärheim begeben, nachdem er so sträflich vernachlässigt wurde, um wenigstens etwas gepflegt zu werden. Naja, Hauptsache es geht ihm gut, da wo er jetzt ist. Er kann mir ja mal eine Karte schreiben.

Eins ist mit in den letzten Tagen klar geworden. Ich habe mich gedrückt und muss es endgültig zugeben. Ich bin wirklich kein Feigling, im Gegenteil, ich glaube mein Mut grenzt hin und wieder sogar an Übermut. Aber ich liebe meine Erinnerungen und ich pflege sie. Ich habe davon jede Menge. Kleine, große, wichtige und unwichtige, wunderbare und natürlich auch zu Hauf weniger Schöne. Aber selbst die will man nicht missen. Sie machen einem zu dem was man ist, lehren und warnen. Meine Erinnerung an meinen letzten Besuch in Berlin war sehr speziell, um nicht zu sagen: Großartig. Ich fuhr damals nach Hause und mir schwirrte der Kopf, weil ich nicht wirklich genau wusste, ob ich diese Zeit damals geträumt hatte oder sie wirklich passiert war. Was hätte das noch toppen können? Eigentlich nichts, sagte irgendwas im Inneren. Also drückte man sich ein wenig. Oft wäre man gerne und es kam etwas dazwischen, war aber erschreckenderweise im Nachhinein gar nicht so traurig, wie man hätte sein sollen. Genauso oft versuchte man sich danach dafür zu Ohrfeigen. Immer wieder stellte man sich die Frage, ob man damit wirklich richtig liegt. Was ist, wenn es nie wieder so wird, man enttäuscht ist und es einem alles vergrault, man sich sogar von seiner schönen Erinnerung verabschieden muss. Aber wir haben ja vor zwei Monaten gelernt, wie kurz das Leben sein kann. Da hilft alles nichts, man muss sich dem auch mal stellen. Und siehe da…es wird da weitergemacht, wo man das letzte Mal aufgehört hat. Exzessiv, wunderbar, phänomenal und aufs neue Unvergesslich.

Ich danke allen Beteiligten für die aufopfernde Hilfe, zur Gewinnung dieser und anderer Weisheiten.

Aber einmal mehr beweist es nur, wie sehr man sich selbst ständig im Weg steht. Erstaunlich wie einfach einige durchs Leben tanzen können, während Leute wie ich sogar stehend vor einen Baum rennen, sich den Fuß verknacksen und sich dabei noch die Haare brechen, bis sie mal den richtigen Durchgang gefunden haben.

Im Nachhinein stellt sich doch eigentlich die Frage, war der Anstand eifersüchtig auf das Erinnerungsvermögen?

25.2.15 15:04
 
Letzte Einträge: Adieu Winterlethargie


bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Manfred / Website (25.2.15 17:39)
Hallo,
ein sehr interessanter Text, den du da niedergeschrieben hast, wirklich! Danke, das ich ihn lesen durfte.
Ich glaube ja, dass der Anstand bei dir ist, du ihn nur nicht siehst. Vielleicht definierst du ihn nicht richtig?
Aber mal ehrlich, ist es nicht auch egal? Entscheidend ist doch, dass du eine tolle Zeit gehabt haben dürftest und deine Lebenszeit voll ausgekostet hast. Und mehr zählt nicht!
Und das du dir öfter weh tust, hat auch seinen Grund. Die, die durchs Leben hüpfen haben etwas nicht, oder nur ganz wenig, was du zu haben scheinst, nämlich Erwartungen.
Menschen mit Erwartungen werden ständig enttäuscht und stehen sich im Weg, Menschen, die einfach Leben und das selbige genießen, schweben.
Viel Spaß noch!

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