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Adieu Winterlethargie

 

Endlich ist es wieder soweit.

Der Moment wo man noch mit geschlossenen Augen im warmen Bett liegt, irgendwo gefangen in einem Zustand zwischen Schlafen und Wachen, oder komatös und äh halbwegs lebendig. Diese leisen, zarten Stimmchen, die aus zwitschernden Kehlen vor dem Fenster melodiös die morgendliche Stille durchdringen und den Tag ankündigen. Der Himmel der sich nun doch ganz offensichtlich früher in ein helleres Grau als sonst färbt und die ersten grünen Sprossen der Schneeglöckchen den Bodenfrost besiegen und die harte Erde durchbrechen. Das kann nur zweierlei bedeuten:

Man hat so ziemlich verschlafen und sollte sich darauf untersuchen lassen, ob er nicht doch zu einer Gattung der Tiere gehört, die Winterschlaf halten. Die zweite und damit wahrscheinlichere Variante wäre: Der Frühling klopft an.

Frühling, die wahrscheinlich sinnlichste und schönste Zeit im Jahr, die meistens dann eintritt, wenn auch der letzte betrunkene Jecke aus der Innenstadt nach Hause gefunden hat. In welchem Zustand auch immer. Die Sonne schaut etwas öfter vorbei und fühlt sich auch irgendwie schon etwas wärmer an. Könnte allerdings auch an den allmählich wieder aufwallenden Säften liegen, die man gerne mal umgangssprachlich „Frühlingsgefühle“ nennt. Es ist so, als würde es wieder zum Leben erwachen. Nicht auf die üble Zombie-Art und –Weise, stöhnend und schlecht riechend…nein, eher im Gegenteil. Die Luft scheint eine Art Vibration zu bekommen und Blütenduft liegt überall in der Luft. Die Menschen werden automatisch freundlicher, wenn auch nicht wirklich wohlriechender. Denn wie immer, wenn es wärmer wird, scheint auch manch einer in guter alter Hippie Manier, lieber Wasser zu sparen und die Sonne, sowie alle anderen…naja, sagen wir mal freundlich „Alltagsgerüche“… besonders lange auf den endlich wieder freigelegten Hautflächen genießen zu wollen. Das macht jede Bahnfahrt zu einem ganz besonderen Erlebnis. Da schrieb ein J. W. v. Goethe, ein R. M. Rilke, A. H. Hoffmann v. Fallersleben und sogar der eigentlich so trübsinnige Gruselfriese Theodor Storm schwungvolle Oden an diese Jahreszeit, die in jeder Zeile Freude, Leben,  Jauchzen ausdrücken und beschreiben, weil es auf der Welt eben nichts schöneres gibt als Frühling. Klar hatten die gut Reden, die hatten ja auch keinen Nahverkehr!

Immerhin fällt dann endlich die Winterlethargie ab, die unsere Seelen und Gemüter befleckte, für den Winterspeck verantwortlich ist und die vielen Besuche der verhassten und gelangweilten Schwiegermutter, die aufgrund der Jahreszeit nicht in ihren heiß geliebten Strebergarten kommt. Ja, es zieht einen vollkommen motiviert und unternehmungslustig wieder mehr hinaus ins frühlingshafte Freie und schon heißt es auch schon allerorts:

„Auf bald mein geliebtes Sofa, Halloooo Balkon!“

Tja, das funktioniert allerdings auch nur ungefähr bis April ganz gut, bis der Regen uns wieder mit seinen besten Kumpels, den Frühlingsstürmen besucht und meint derart oft und lange auf uns nieder zu prasseln, bis wir endlich wieder eine evolutionäre Rückentwicklung zum Lurch machen und anfangen Schwimmhäute zwischen Fingern und Zehen zu bekommen. Damit wir uns dabei aber nicht gemobbt fühlen, würde es an dieser Stelle wieder mehr Zeit für etwas anderes geben. Etwas dass jeder hasst und dennoch tut, wenn er nicht gerade in Schweineigelhausen wohnt. Ja, die Rede ist hier vom Frühjahrsputz. Staubwedel werden geschwungen, Spinnenweben entfernt und Schränke aufgeräumt, was manchmal auch einer Nestentfernung gleichkommen kann. Nur das Fensterputzen muss man aufschieben, denn der April hasst uns schließlich.

Aber das kann man schließlich auch getrost aufheben und dann einfach wie die Nachbarn halten.

Ist euch schon denn einmal aufgefallen, dass wenn ihr oder wer anders im Haus oder in eurer Straße anfängt die Fenster zu putzen, es dann offenbar noch fünf anderen Nachbarhaushalten auffällt, wie furchtbar der viel zu lange Winter den eigenen Scheiben zugesetzt hat und unbedingt dringend und sofort Handlungsbedarf besteht?

Ist das nicht putzig?

18.2.15 14:08
 
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